Kupplungsprobleme beseitigt

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Das ist ein Punkt an dem ich vor Wut kotzen könnte. Mein Wagen ist nun 3,5 Jahre jung und bekommt diesen Winter die dritte Kupplung rein !!! Wer weiß, vielleicht musste der Erstbesitzer auch schon eine wechseln lassen ?!? Dann wär´s sogar die vierte !!!

Und ich fahre wahrlich keine Ampelrennen oder vergewaltige meine Kupplung auf irgend eine andere Weise. Trotzdem hat bei mir jede Kupplung nur ca. eine Saison gehalten und fing irgendwann an im vierten oder fünften Gang beim Einsetzen des vollen Drehmoments durch zu rutschen. Jedes mal war es sogar eine von Sachs Racing angefertigte verstärkte Scheibe.

Der einzige Grund, warum ich den Fehler gefunden habe, war folgender. Ich habe aus Frust die zuletzt gekaufte Reibscheibe samt Automaten zu Sachs Racing zwecks Überprüfung eingesandt. Dass die Nasen stolze 7,5 Wochen dafür gebraucht haben und mein Zeitplan total durcheinander war ist eine andere Geschichte. Wie dem auch sei ... Garantie/Kulanz abgelehnt, Scheibe und Automat sind in Ordnung. Das ist ja gerade das seltsame, die bisherigen Scheiben waren nie verschlissen, rutschen aber durch.

Somit bin ich mit den Ingenieuren von Sachs Racing ins Gespräch gekommen und habe mir eine Scheibe anfertigen lassen, die nochmals verstärkter ist, als die bisherigen mit noch griffigerem organischem Belag. Die wandten zusätzlich noch einen Trick an, indem sie eines der Federbleche zwischen den beiden Reibbelagsseiten weg gelassen haben.

Es war mittlerweile April, als ich alles wieder hatte und den Motor endlich einbauen konnte. Doch dann kam die Ernüchterung. Bereits bei den ersten Probefahrten stellte sich das gleiche Problem ein, wie zuvor. Die Kupplung rutschte durch !!! Ich hätte die Karre so vor die Wand setzen können. Und nur noch eine Woche bis zu unserem ersten Urlaub (eine Woche Berchtesgaden mit anschließendem Königsseetreffen) !!!

Da ja nun fest stand, dass das Problem nichts mit der Kupplungsscheibe, sowie dem Automaten zu tun hatte, musste ich an anderer Stelle suchen. Die Kupplungsentlüftung war schnell auszuschließen.

 

 

Und dann kam die fatale Feststellung. In eingebautem Zustand ist der Kupplungsnehmerzylinder bereits kmpl. auf Block gefahren !!! Er übt sogar einen gewissen Druck auf das Federpacket des Automaten !!! Wenn nun das volle Drehmoment aufkommt, rutscht die Kupplung durch !!! Und das passiert deshalb nun schon im Neuzustand der Kupplung, da eines der Federbleche bei der Reibscheibe fehlt und diese nun wenige Zehntel dünner ist, als normalerweise !!!

Was geschah also mit den bisherigen etwas dickeren Reibscheiben ? Im eingebauten Neuzustand war der Nehmerzylinder so gerade auf Block zusammengedrückt. Mit zunehmend verschleißender Kupplung wurde diese paar Zehntel dünner, das Federpaket kam dadurch paar Zehntel vom Motor weg. Da der Nehmerzylinder bereits auf Block war, konnte er diesen Weg nicht mehr ausgleichen und erzeugte einen stetig wachsenden Druck auf das Federpaket (wie ein leicht gedrücktes Kupplungspedal) was irgendwann zum Durchrutschen führte, obwohl die Kupplung noch lange nicht verschlissen war !!!

 

 

Die oben sichtbare Distanzscheibe zwischen der groben Verzahnung des Primärwellendeckels und der Nehmerzylinder-Halteplatte welche mit einer Schraube fixiert ist, hat eine Stärke von exakt 10 mm.

Diese habe ich gegen eine 6 mm starke Scheibe getauscht. Somit hat der Nehmerzylinder genug Weg um den Verschleiß der Reibscheibe aus zu gleichen.

Und welch Wunder, endlich habe ich auch ein Pedalgefühl, wie es sich gehört und kann mir das Pedal auch vernünftig einstellen. Bisher kam die Kupplung ja logischerweise auf den ersten Milimetern und ich benötigte einen Anschlag hinterm Pedal, um das Federpaket nicht zu überdrücken.

Die Sache hat mich im Laufe der Zeit nun 3 Reibscheiben á 250,- € sowie diverse unnötige Motoraus- und einbauten gekostet, also locker 1.500,- € !!!

UNGLAUBLICH !!!