Scheibenwischer

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Nachdem ich die verchromten Wischer gegen dezentere zur Farbgebung meines HKT´s besser passende schwarze Wischer getauscht habe, stört mich ein Punkt weiterhin noch ungemein. Und zwar, dass der HKT keine Nullstellung, bzw. Endabschaltung des Wischermotors hat. Das hatte ja sogar mein VM mit Enten-Wischermotor !

Auf div. Treffen bin ich jedoch auf den ein oder anderen HKT Fahrer gestoßen, der eine Endabschaltung hatte. Ob die andere Wischer-Motoren hatten ? Also diese Anleitung betrifft wohl nur die, die einen LUCAS Motor von Typ LRW139 verbaut haben und über keine autom. Endabschaltung verfügen.

 

 

Zuerst habe ich den Motor kmpl. ausgebaut und auf der Werkbank an ein 12V Netzteil angeschlossen. Einfach so, wie er im HKT auch angeschlossen war. D.h. blau an Masse und rot (langsame Wischerstufe) über einen Schalter an Zündungsplus. Wahlweise kann man auch statt rot den gelben nehmen und erhält somit die schnellere Wischerstufe. Bei dieser Schaltung wird der Strom durch Umlegen des Schalters einfach unterbrochen und die Wischer bleiben stehen, wo sie gerade sind.

An dem Motor ist jedoch ein weißer Kompaktstecker angebracht, welcher (so wie der Motor auf dem Bild liegt) zur linken Seite hin drei Anschlussfahnen und zur rechten Seite hin fünf Anschlussfahnen besitzt. Die zwei Fahnen die rechts mehr sind, scheinen aus dem Getriebeinneren zu kommen und sind des Rätsels Lösung. Hält man dort nämlich einen Durchgangsprüfer (mit Piepton) dran und lässt den Motor  drehen, so hört man, dass der Piepton an einem Endanschlag immer unterbrochen wird.

Das ist also das Zeichen dafür, dass es eine Endabschaltung gibt. Zusammen mit einem Freund haben wir die Endabschaltung unter Verwendung eines Relais, wie auf dem linken Foto abgebildet, auch hinbekommen. Aber irgendwie sagte mir das nicht allzu sehr zu. Denn es muß auch ohne Relais gehen und im Aufbau viel einfacher sein ...

 

 

Hier auf diesem Bild kann man ganz gut sehen, wie die Wischerschaltung von HKT verbaut wurde. Der Motor wird einfach nur mittels des 3-poligen Schalters (Wechselschalter nennt man das, glaube ich) unter Verwendung zweier Kontakte An und Aus geschaltet.

Sobald man den Schalter umlegt, legt auch der Wischer los.

Wenn man den Schalter erneut betätigt, unterbricht man die Stromzufuhr und der Wischer bleibt an genau dieser Position stehen.

Wie man sieht, ist der dritte Anschluss an Schalter frei.

Und der Motor ist mit nur 3 Kabeln ausgestattet.

Unten an Klemme 31 ist Masse (bei mir blau).

Oben an Klemme 53 ist die erste Wischerstufe (bei mir rot).

Oben rechts an Klemme 53b ist die zweite Wischerstufe (bei mir gelb).

 

Des Rätsels Lösung ist diese Schaltung.

Sieht auf den ersten Blick zwar etwas verwirrend aus, ist aber rechts simpel.

Rechts neben dem Motor sind lediglich die Klemmen 53a und 53e dazu gekommen. Diese sind auch an dem LUCAS Motor dran. Und zwar sind das die beiden zusätzlichen Klemmen in dem weißen Kompaktstecker.

Also, wenn man die beiden Anschlussskizzen vergleicht, muss man lediglich ein abgesichertes Kabel von geschaltetem Plus (X) an die eine Klemme in dem weißen Kompaktstecker legen und ein weiteres Kabel von der anderen Klemme im weißen Kompaktstecker zu dem freien Anschluss des Schalters.

 

Hier ist ein Detailfoto von dem weißen Kompaktstecker am Motor in eingebauten Zustand. Da es mir messtechnisch nicht möglich war, Klemme 53a und 53e von einander zu unterscheiden habe ich es einfach mal ausprobiert.

Der Linke Anschluss, wo das schwarze Kabel angeschlossen ist Klemme 53e.

Der rechte Anschluss, wo das braune Kabel angeschlossen ist Klemme 53a.

 

Und hier habe ich das schwarze Kabel, welches von Klemme53e kommt, am dem freien Anschluss am Schalter angeschlossen (das dicke von den dreien).

 

Nun ist man aber noch nicht ganz fertig. Denn wenn Ihr die Wischer anmacht (vorsichtshalber würde ich vorher die Wischerarme abbauen), seht Ihr an der Antriebsverzahnung, dass die Arme ihre Nullstellung in senkrechter Position hätten. Ein Umstecken der Wischerarme ist nicht möglich, da die Wischer ja von Ihrer senkrechten Position zur linken Seite zurück in die Waagerechte wischen. Würde man die Arme in der Nullstellung waagerecht montierten, so würden die Wischer nach unten loslegen und den Instrumentenkasten anstatt der Scheibe wischen.

Das heißt, man muss den Nullpunkt ändern...

Hierzu muss man den die Schrauben am Deckel des Motors mit einer 1/4" Nuss lösen um an das Innere des Getriebes zu gelangen.

 

Das große Zahnrad ist durch Lösen zweier Sprengringe zu demontieren.

Auf der Unterseite sieht man nun ein weißes buckeliges Kunststoffteil. Dieses ist für die Endabschaltung zuständig. Beim Drehen setzt es einen im Getriebe befindlichen Unterbrecherkontakt in Gang, welcher den Motor stoppt, wenn der Schalter bereits aus ist.

Um die Endstellung um 180° zu ändern, muss man lediglich dieses weiße Kunststoffteil mit einem kleinen Schraubenzieher runter hebeln und um 180° versetzt auf der anderen Seite einclipsen. Es gibt sogar die Vorbereitung dafür mit passenden Löchern.

Nun braucht man nur noch alles zusammen bauen und man erhält einen Scheibenwischer mit Abschaltautomatik. Viel Spaß beim Nachbauen ...

 

Und hier noch was für die unermüdlichen Bastler:

Eine Wischer-Intervallschaltung, wie man sie aus dem normalen PKW her kennt mit einfachem Intervall.

 

 

Wenn man diesen Anschluss hinbekommt, könnte man das Relais gegen eines dieser programmierbaren VW Relais austauschen und erhält eine richtige Komfort-Intervallschaltung.

Der Knackpunkt ist jedoch der Schalter. Dieser muss wesentlich komplexer sein, als der einfache Kippschalter. Und ich will nicht auf die schöne Optik verzichten, denn so viel fahren wir mit unseren Seven´s ja nicht im Regen.

Aber falls jemand da eine Lösung für findet ... bitte melden.

Als Gedankenansatz hatte ich schon mal eine Reihenschaltung mehrerer Kippschalter ... aber als Nicht-Elektroniker ist mir das momentan etwas zu kompliziert.

 

( November 2003 )